1. September 2026

Ich bin Emilia und bin 21 Jahre alt. Die Idee dieses Praktikums entstand nach meinem Abitur. Bevor ich mich für ein Studium entscheide, wollte ich mir Klarheit darüber verschaffen, ob die Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen das Richtige für mich ist. Ich habe zwei Einrichtungen für meine Praktika gewählt. Durch meine eigene Geschichte, als betroffenes Geschwisterkind, wurde ich mit dem Thema Kinderkrebs konfrontiert. Würde mich die Arbeit im Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V. persönlich belasten? Das wollte ich herausfinden.

Gleich zu Beginn konnte ich an Treffen der Kinder- und Jugendgruppe teilnehmen. Bei den regelmäßig stattfindenden Treffen habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Jedes Mal bin ich mit einem Lächeln nachhause gegangen, weil ich sehr stark gespürt habe, wie viel die Treffen den Kindern, Jugendlichen und auch den Eltern geben und bedeuten.

Die verschiedenen Angebote; Basteln, Ausflüge bis hin zu Fahrten und auch ganz entspannten Abenden, bei denen man zusammensitzt und redet, habe ich miterlebt. Ebenso wurde mir die Verantwortung überlassen diese Angebote mitzuorganisieren und mitzubetreuen.

Einer der schönsten und intensivsten Momente für mich war ein Wochenende im April. Samstag hat sich die Jugendgruppe getroffen und ich habe erlebt wie sich, ein für mich ganz besonderes, Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat. Durch ähnliche Erfahrungen mit der Krankheit weiß man was andere durchgemacht haben und niemand muss sich erklären. Diese Gruppendynamik ist eine besondere Erfahrung für mich gewesen. Mir wurde klar wie gut es den Jugendlichen tut so eine tolle Gemeinschaft zu haben.

Einen Tag darauf fand ein Kindergruppentreffen statt, welches mir ähnliche Aspekte aufzeigte. Hier wurde eigentlich ,,nur“ mit Bügelperlen gebastelt, daraus wurde einer der prägendsten Tage in meinem Praktikum. Ich habe verschiedenste Gespräche geführt und wahrgenommen, die mir gezeigt haben wie viel Unterstützung und Mut sich die Eltern durch das Aufeinandertreffen geben können. Währenddessen haben die Kinder einen Ort, um einfach mal wieder Kind zu sein. Oft sind es diese ,,kleineren“ Treffen, die zu etwas ganz Besonderem werden.

Auch meine Besuche beim Essen auf der Kinderkrebsstation waren sehr bedeutsam für mich. Ehrenamtlich Mitarbeitende sorgen wöchentlich mehrfach für frisch gekochtes Essen auf Station. Hierbei habe ich mehrmals mitgeholfen. Es entsteht Zeit für einen wichtigen Austausch zwischen Kindern, Eltern, Pflegekräften und Ärzten, aber auch mit den Ehrenamtlichen. Einem wird viel Wertschätzung gezeigt und man hat das Gefühl etwas zu bewirken, selbst wenn es nur durch ein einfaches Gespräch ist, was man führt.

Nicht nur im Kinder- und Jugendbereich habe ich Erfahrungen gesammelt. Einen Teil meiner Praktikumszeit habe ich in der Abteilung `Spenden und Kommunikation´ verbracht. Die vielfältigen Angebote des Vereins werden nahezu vollständig durch Spenden finanziert. Das Fundraising ist eine Abteilung mit verschiedensten Aufgaben. Ich habe Arbeitsabläufe und das Thema Datenpflege kennengelernt. In den Kontakt mit Spendern kam ich bei Spendenübergaben. Mein wichtigstes Learning in dieser Abteilung ist, dass bei Spendern, egal ob Firmen oder Einzelpersonen, die Wertschätzung im Mittelpunkt steht.

Rückblickend zählen diese Praktikumsmonate zu der lehrreichsten Zeit in meinem bisherigen Leben. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln, die für mein Studium und mein weiteres Berufsleben sicher wichtig sind. Verschiedenste Eindrücke und Begegnungen haben mir neue Perspektiven eröffnet. Meine Entscheidung für einen sozialen Beruf wurde dadurch bestätigt.

Ich freue mich, jetzt noch als Praktikantin und später weiterhin Teil des Vereins zu sein, und weiter dazulernen zu dürfen.

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